Damaszener Stahl

 

                                                                 Geschichte

 
 

Es ist schon bis in die frühe Eisenzeit hinein belegt, dass mehrere kleine Eisenmengen zu einem größeren Teil zusammengeschweißt wurden. Aber warum?In Grönland, Sumer und Ägypten gewann man Eisen von Meteoriten. Dann hat man dort versucht, das Eisen aus Stein zu gewinnen. Aber man konnte das Eisen nicht schmelzen, die dafür erforderliche Hitze 1535 °C war einfach nicht zu erreichen.Dieses Problem hatten auch die Menschen in anderen Gebieten. Sie nutzten zur ErzgewinnungRennfeuer. Dabei erhielten sie aber nur kleine, verschlackte Eisenteile, die Luppen.Schmiedete man diese Teile aber gut durch, erhielt man recht reines, weiches Eisen. Das war besser als die damals übliche Bronze, wie sie die Germanen, Griechen und Römer nutzten. Weil von den Luppen nur wenige 100 Gramm brauchbar waren, hat man zuerst nur kleineGegenstände gefertigt. Dann aber machte man eine Entdeckung: Man kann mehrere Eisenstücke,z. B. mehrere Luppen und wieder verwendetes altes Eisen, zu einem verbinden, und so durch Feuerschweißen ein großes Stück Eisen erhalten. Außerdem merkte man, dass das Eisen sehr unterschiedlich beschaffen war. Es konnte hart oder weich sein, warm- oder kaltbrüchig, und verschiedene Farben haben. Aus der Erfahrung zeigte sich, dass hartes Eisen gut für Messer war, aber sehr spröde. Es blieb lange scharf, konnte mehr aushalten, aber bei Überlastung durchbrechen, und die Bruchstücke trafen dann nicht nur den Feind.Weiches Eisen dagegen war zäh. Das war schlecht für Schwerter, denn die würden verbiegen und beim Kampf tiefe Kerben davontragen. Das Ziel der Schmiede war also, diese beiden Eigenschaften zu kombinieren. So entdeckte man den Verbundstahl. Er wurde bis zur hohen Perfektion entwickelt, zum Beispiel von den Römern, aber das hat sehr lange gedauert. Das bisher älteste gefundene Exemplar von Damast stammt von 500 v.Chr. Es ist ein keltisches Schwert aus Streifendamast.

                                                                                    Herstellung


Handgeschmiedeter Damaststahl wird heute noch fast so wie früher hergestellt. Die Herstellung des Damaststahls, Schweißverbundstahl besteht aus mindestens zwei Stahlsorten, wenn er als Damaszenerstahl bezeichnet werden soll. Die Stahlsorten unterscheiden sich durch den Kohlenstoffgehalt oder durch Legierungsbeimengungen, wie z. B. Wolfram, Nickel, Mangan, usw. Die zwei oder noch mehr Stahlsorten werden in Lamellen oder Strangformen im Feuer miteinander verschweißt. Durch häufig wiederholtes Doppeln und abermaliges Feuerschweißen wird die Lagenzahl der Stahllamellen erhöht; dies können 5 Lagen, aber auch einige Mio. sein.
Die Schweißpakete können sehr unterschiedlich groß sein. Gewichte von einigen 100 Gramm bis zu Tonnengewichten sind denkbar. Üblicherweise wiegen die Damastpakete bei den meisten handwerklich arbeitenden Schmieden zwischen 3 und 5 kg. Abhängig sind diese Gewichte davon, wie viel Kraft man beim Schmieden aufwenden kann. Handhammer, mehrere Handhämmer (Zuschläger), Federhämmer, Lufthämmer, Dampfhämmer, Pressen, usw. sind denkbar.
Auch ist die Wärmequelle von großer Bedeutung: Schmiede-Esse, Koksfeuer, Ölfeuer, Gasfeuer, Elektroöfen und Induktionsöfen.
Es müssen Temperaturen erreichbar sein von maximal 1250°C. Diese Temperaturen sind zwar nicht immer erforderlich, aber eine gewisse Reserve kann nicht schaden.
Eine weitere Rolle spielen die Schweißhilfsmittel wie Schweißpulver (Borax). Die Schweißpulver schützen den Stahl während des Erwärmens und verhindern eine Oxydation. Auf diese Weise ist es auch möglich, bei relativ niedrigen Temperaturen zu schweißen. Bei hohen Temperaturen bringt das Schweißen die Gefahr mit sich, dass das Material zum Teil verbrennt. Gerade beim Damaststahl sieht man dies beim Anätzen. Das überhitzte Material wirkt im Damastmuster grau und verwaschen.
Im übrigen sollte man bei jedem Arbeitsgang mit möglichst wenig Hitze auskommen, denn auch das ständige Erwärmen kann Nachteile für den Stahl bringen. 
Um schöne Muster auf der Oberfläche zu erhalten, kann der Stahl auch verdreht oder „unsymmetrisch“ weiterverarbeitet werden. Beispiele sind z. B. Banddamast, Rosendamast, türkischer Damast, usw.
Nach dem Härten wird der Damaszener Stahl geätzt, um das Muster sichtbar zu machen, da die verschiedenen Schichten sich in Säure je nach Kohlenstoffanteil bzw. Legierung hell (Nickel) oder dunkel (Mangan) färben. Die Schneiden werden dann  zum Schluss noch gehärtet.

 

Quelle: Referat Werkstoffe und Verfahrenstechnik (Fachhochschule Hannover)                                                                                                                   Internationalen Gesellschaft für Damaszenerstahlforschung e.V.